Einmal scheitern, bitte!

2018-10-02T11:17:29+00:002. Oktober 2014|Selbstverwirklichung|

Früher hieß es „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, wenn etwas nicht auf Anhieb klappte. Heute wollen wir alles sofort und immer alles perfekt. Gelingt uns das nicht, empfinden wir uns als unzulänglich. Größere Niederlagen gestehen wir uns schon gar nicht zu, Scheitern gilt als Versagen. Schade. Denn abgesehen davon, dass allzu viel Leistungsdruck krank macht: Die Geschichte der Menschheit wäre anders verlaufen, wenn es den Mut und die Bereitschaft zum Scheitern nicht gäbe.

Viele berühmte Persönlichkeiten haben ihre Fähigkeiten und Talente erst auf dem Boden ihrer Niederlagen voll entwickelt. Ob aus Trotz oder aus Beharrlichkeit – sie scheiterten sich so lange nach oben, bis sie an ihrem Ziel angekommen waren.

Fünf Beispiele:

  • Abraham Lincoln verlor insgesamt sieben Mal bei Wahlen zum Senat, zum Repräsentantenhaus und zum Vizepräsidenten, bevor er schließlich zum Präsidenten der USA gewählt wurde.
  • Fred Astaire wurde bei seinen ersten Probeaufnahmen als grauenhaft untalentiert eingestuft – das hinderte ihn aber nicht daran, weiterzumachen.
  • Albert Einstein flog von der Schule und wurde als Student bei der Technischen Hochschule Zürich abgelehnt. Hätte er sich davon beeindrucken lassen, hätte jemand anders die Relativitätstheorie entwickeln müssen – vielleicht wäre sie auch nie entwickelt worden.
  • Richard Bachs „Die Möwe Jonathan“ wurde von achtzehn Verlegern abgelehnt, bevor Mcmillan sie 1970 veröffentlichte. Allein in den ersten fünf Jahren verkaufte sich das Buch sieben Millionen Mal.
  • Lars Hinrichs, Gründer des Business-Netzwerks Xing (2003), hatte schon im Dotcom-Boom zur Jahrtausendwende ein Unternehmen gegründet – und ging Pleite. Heute bezeichnet er diesen Fehlschlag als „teuersten MBA-Kurs der Welt“. Aber erst durch das Scheitern konnte er bei Xing viele Fehler vermeiden.

Um Niederlagen als Chance zu nutzen, braucht man allerdings die richtige Einstellung.

Sieben Tipps, mit denen man besser scheitert:

1. Stilvoll kapitulieren

Alles versucht, alles verloren? Kein Grund, die Haltung zu verlieren. Auch zum Misserfolg muss man stehen. Sag‘ Dir einfach: Es hätte auch klappen können.

2. Sich selbst Respekt zollen

Bloß nicht den Kopf in den Sand stecken. Schulterklopfen wäre besser. Meist hast du trotz allem gute Arbeit geleistet. Und du hast probiert, wovon andere nur träumen.

3. Auszeit nehmen

Gönne dir Zorn und Enttäuschung. Und frage dich, was dir gerade jetzt am wichtigsten ist und was dir gut tut.

4. Aus Schaden klüger werden

Betrachte deine Niederlage als ein Feedback. Du kannst daraus nur lernen. Beim nächsten Mal weißt du dann genau, worauf du achten musst und was du anders machen solltest.

5. Neue Ziele definieren

Vielleicht erfordert ja das Ziel selbst eine Korrektur. Oder die Wahl der Mittel. Oder die Einschätzung des richtigen Zeitpunkts. Eine kritische Analyse einzelner Punkte ist in jedem Fall sinnvoll.

6. Realistischen Optimismus pflegen

Starte erst dann erneut durch, wenn du das Gefühl hast, dass du dazu tatsächlich bereit bist. Sei zuversichtlich, aber setze dich nicht mit einem »Diesmal muss es aber klappen!« unter Druck.

7. Den richtigen Vorbildern folgen

Orientiere dich an berühmten Beispielen (siehe oben). Worin unterscheiden diese sich von anderen Menschen? Nicht dadurch, dass sie seltener gescheitert sind. Sondern dadurch, dass sie einmal mehr aufgestanden als hingefallen sind!