Entwicklungen in der Start-up-Szene

2018-10-02T11:16:54+00:0015. September 2016|Selbstverwirklichung, Start-Up|

Das Onlinemagazin Gründerszene zählt mit mehr als 1.000.000 monatlichen Besuchern (Stand 12/2015) zu einem der größten deutschen Webportale, die über die Digitalwirtschaft informieren. Über das Magazin hinaus zählen auch eine Jobbörse und zahlreiche Eventformate, wie die Spätschicht, das CEO Dinner oder die HEUREKA Conference, zu den Angeboten der Verlagsmarke Vertical Media GmbH, die hinter Gründerszene steht. Wir haben Mark Hoffmann, Mitgründer und CEO von Vertical Media, zu den aktuellen Entwicklungen in der deutschen Startup-Szene befragt.

Nachholbedarf als Gründerland

Vertical Media berichtet in seinen Onlinemagazinen gruenderszene.de und theheureka.com über die deutsche und europäische Startup-Szene. Wie unterscheiden sich deutsche Startups von denen in anderen europäischen Ländern?

Mark Hoffmann: Die deutsche Startup-Szene wird immer erfahrener: Gründer zeigen, dass Ideen funktionieren und ziehen Investoren an. Deutschland reagiert mit Förderprogrammen und Businessplanwettbewerben, viele Unis schaffen Gründungszentren. Der Staat bewegt sich langsam, weil die deutsche Wirtschaft von der Digitalszene profitiert. Als Gründerland haben wir im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien, Schweden oder Israel aber Nachholbedarf. In Deutschland gibt es zu wenig finanzielle Förderung für Startups, die mit zu viel Bürokratie verbunden ist. Die Digitalisierung bestehender Geschäftsmodelle wird eher gefördert als völlig neue Ansätze, was die Innovationskraft bremst. Deshalb suchen viele Gründer extern nach Risikokapital um ihre Entwicklungen zu finanzieren und aus eigener Kraft zu wachsen.

Fehlertoleranz und Ausbildung fördern

Was ist dort nach Ihrer Beobachtung bei Unternehmensgründungen einfacher oder schwieriger als in Deutschland?

In Deutschland hadern wir auf Konzern- und Mittelstandsebene noch sehr damit uns einzugestehen, dass Fehler machen erlaubt ist. Mit agilen Arbeitsmethoden versuchen viele Startups ihren Mitarbeitern zu verinnerlichen, dass Fehler passieren und Mitarbeiter schnell daraus lernen können. Das wird in anderen europäischen Ländern noch intensiver gelebt als hier.

Außerdem müssen wir den Nachwuchs mehr fördern, ihm Handwerkszeug zum unternehmerischen Denken und Handeln vermitteln und somit für das Gründen sensibilisieren und begeistern. Damit potenzielle Gründer ihre Ideen auch umsetzen können brauchen wir auch bessere Ausbildungsmöglichkeiten in IT und Tech – am besten schon im Schulunterricht.

Startups setzen auf Teamwork

Welches sind die häufigsten „Frischlingsfragen“, die von deutschen Startups gestellt werden?

Gründer sind zumeist erst mit einem guten Team richtig erfolgreich. Viele Gründungsinteressierte fragen sich gerade zu Beginn, über welche Plattformen sie potentielle Mitgründer und Teammitglieder erreichen. Deshalb Netzwerken sie oder sind auf Meetups unterwegs, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Steht das Team, brauchen Startups Kapital um ihre Ideen umzusetzen. Die wenigsten Gründer bringen genügend Eigenkapital mit oder können sich privat über den Freundes- und Familienkreis finanzieren. So stehen sie vor der Frage vor einem Venture Capital (Wagniskapital-Investor) zu pitchen oder ein Darlehen von einer Bank aufzunehmen. In jedem Fall bringt eine Finanzierung zusätzliche Verantwortung gegenüber dem Investor mit sich.