lösungsRAUM – Mein Weg als Konfliktlotsin

2018-12-14T13:28:51+00:003. Dezember 2018|Aktuelle Teilnehmer|

Mein Ziel ist, möglichst vielen Menschen den „lösungsRAUM“ zu geben, um durch die geführte Streitbeilegung ihre Zukunft und ihr Wohlbefinden in die Hand zu nehmen und selbst zu bestimmen. Dazu habe ich inzwischen einen speziellen „lösungsRAUM“ eingerichtet, der eigens diesen Gesprächen aber auch dem Austausch auf neutralem Boden diesen soll. Ich möchte den Weg der Streitbeilegung verändern und setze dabei auf Dialog statt auf Delegation. Gerade in aufgeladenen Zeiten wie diesen möchte ich mich mit dieser Arbeit für ein Zusammenleben einsetzen, das auf Dialog und Lösung setzt.

Ein junges Mädchen voller Ideale wächst in unterschiedlichen Ländern auf und möchte gerne etwas bewegen. Als Jugendliche schreibt sie daher aus dem Ausland an den damaligen Bundesumweltminister, um ihn zu bitten, sich für die Rettung der Pinguine einzusetzen. Sie schlägt der lokalen amerikanischen Stadtverwaltung vor, Papiermüll separat einzusammeln. Mit dem bevorstehenden Abitur und der anstehenden Berufswahl rücken neue Themen in ihren Fokus. Sie beginnt, sich mit juristischen Themen zu befassen und überlegt, Jura zu studieren und Jugendstrafrichterin zu werden, um das Leben straffälliger Jugendlicher positiv zu beeinflussen und ihnen wieder auf den rechten Weg zu helfen. Es kommt allerdings anders und doch gibt es bei ihren Tätigkeiten doch immer einen roten Faden. Sie studiert BWL und beschließt, sich im Bereich Personal zu engagieren. Ihre Ambition? Positive Veränderung bei anderen zu bewirken. Über 15 Jahre geht sie damit ihren Weg, aber etwas fehlt doch immer. Erst als sie in ein Unternehmen wechselt, in dem sie selbst mit massiven Konflikten konfrontiert ist und sie diese Ambitionen nicht mehr umsetzen kann, nimmt ihr Leben eine neue Wendung. Sie erfährt erst jetzt von der Tätigkeit eines Mediators und beschließt eine Ausbildung zum Wirtschaftsmediator zu machen. Der Start der Ausbildung ist als würde sie plötzlich ganz klarsehen können. Ihr Sinn für Gerechtigkeit, den sie in der Vergangenheit immer hatte, aber wenig umsetzen konnte, erhält nun ganz neues Futter. Plötzlich ist klar: damit kann ich wirklich etwas bewegen. Zu dieser Zeit steckt sie selbst schon ganz tief im Konflikt mit ihren Vorgesetzten und merkt, wie schlimm es ist, in einer solchen Situation emotional gefangen zu sein. Sie nimmt ihren Mut zusammen und beschließt, sich als Konfliktübersetzerin, Konfliktlotsin und Beziehungsbrückenbauerin selbständig zu machen.

Heute bin ich aus Überzeugung als Konfliktlotsin selbstständig. Diesen Weg zu gehen, hat nicht nur mir neue Türen geöffnet, sondern ich habe die Möglichkeit, anderen Menschen, die keine Lösung für ihr Problem sehen, mögliche Türen zu zeigen, durch die sie gehen können. Oft braucht es nur eine Übersetzung, damit die Beteiligten einander verstehen. Dann kommt die gemeinsame Lösung fast von ganz allein auf den Tisch. Die Last fällt ab und Erleichterung stellt sich ein. Jedes Mal, wenn ich das beobachten darf, bin ich froh, diesen Schritt in die Selbständigkeit gemacht zu haben, obwohl es oft in der Startphase persönliche Unsicherheit bedeutet. Echter Erfolg ist dann für mich, wenn ich das Leben anderer so positiv beeinflussen kann, dass beide ihre Lösung selbst bestimmen können.

Mein Tätigkeitsfeld ist nicht einfach. Jeder, der in einem massiven Konflikt am Arbeitsplatz steckt, weiß wie schwer es ist, sich auf ein Gespräch mit dem Streitpartner einzulassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie emotional es dann zugeht und dann kommt unser Urinstinkt dazu, der uns zu Flucht oder Angriff zwingt, statt in den geführten Dialog zu gehen. Doch ich weiß um die Kraft und Erlösung dieser Dialoge und mein Weg wird genau hier weiter gehen, aus Überzeugung. Seit 2 Jahren nutze ich auch die Methode LEGO® Serious Play®, um in die Zusammenarbeit in Teams und Organisationen so zu gestalten, dass Probleme und Konflikte durch hohe Partizipation aller möglichst wenig Raum haben und es in Zeiten der Veränderung nicht zu Eskalationen kommt.

Mein Ziel ist, möglichst vielen Menschen den „lösungsRAUM“ zu geben, um durch die geführte Streitbeilegung ihre Zukunft und ihr Wohlbefinden in die Hand zu nehmen und selbst zu bestimmen. Dazu habe ich inzwischen einen speziellen „lösungsRAUM“ eingerichtet, der eigens diesen Gesprächen aber auch dem Austausch auf neutralem Boden diesen soll. Ich möchte den Weg der Streitbeilegung verändern und setze dabei auf Dialog statt auf Delegation. Gerade in aufgeladenen Zeiten wie diesen möchte ich mich mit dieser Arbeit für ein Zusammenleben einsetzen, das auf Dialog und Lösung setzt.

 

 

Diese Geschichte wurde von Antonia Jennewein eingereicht.