Mein Weg nach Canada. Auf der Suche nach der verlorenen Selbstbestimmung.

Hallo Allerseits.

Ich bin Nicole und trotz meiner 32 Jahre, habe ich schon einiges erlebt. Mittlerweile kann ich sagen, dass es gut war, all dies so früh zu erleben.

Ich war früher ein Stehaufmännchen, hatte viel Energie, meist gute Laune, habe nie aufgegeben und für mich und andere gekämpft.
Leider hatte ich einige dauerhafte, unschöne Erlebnisse in meinem Arbeitsleben. Probleme, die ich nicht lösen konnte. Daher habe ich mich zum einen verausgabt und zum anderen eine Depression bekommen. Zuerst habe ich selbst versucht wieder auf die Beine zu kommen. Musste dann aber eingestehen, dass Hilfe manchmal doch ganz gut ist.
Wie ich auch mit der Zeit erfahren konnte, gibt es viele, denen es so geht. Durch die Situation habe ich auch gemerkt, wie schwierig es ist, wieder auf die Füße zu kommen, Unterstützung und vielleicht auch etwas Verständnis der Außenwelt zu bekommen. Andere entscheiden über einen. Ich fühlte und fühle mich teilweise immer noch gezwungenermaßen unselbstständig – gefangen. Ähnlich wie eine Schachfigur oder Marionette, die nicht selbst entscheiden darf.
Auch wenn ich froh darüber bin, mir Hilfe erkämpft zu haben. Sind diese und meine Absicherung so langsam weggebrochen. Das hilft der Heilung nicht unbedingt. Daher bin ich froh, nicht ganz alleine zu sein. Ich habe meinen Partner und meine Katze.
Durch meine Erlebnisse ist mein Verhältnis zu den Menschen in meinem Umfeld und auch im Allgemeinen nicht mehr natürlich und angenehm. Ich vertraue den Menschen hier einfach nicht mehr. Fühle mich in meinem Heimatland nicht mehr wohl.

Seit Mitte 2015 bin arbeitslos bzw. krankgeschrieben. Und komme immer noch nicht aus der Spirale hinaus. Ich möchte es nicht mehr einfach nur hinnehmen müssen und meine Entscheidungen einfach wieder selber treffen können. Ich möchte wieder für mein eigenes Glück verantwortlich sein. Auch wenn ich im Moment und vielleicht auch in Zukunft nicht so viel wie früher schaffen sollte, möchte ich mich wieder selbstverwirklichen, Spaß am Leben haben und diesen mit anderen Teilen können.
Seit Jahren träumen mein Lebensgefährte und ich davon auszuwandern. Wir lernten uns schon mit dem Gedanken kennen. Dann besuchten wir zusammen Canada. Wir haben uns in dieses Land verliebt. Die Menschen, die Mentalität, das System, die Natur, die Freiheit und vieles mehr. Es ist seit 2014 unser Herzensziel.
Seither planen wir unsere Auswanderung, haben recherchiert, Gespräche geführt und, und, und, damit wir unseren Traum erfolgreich umsetzen können. Mein Partner möchte über eine Arbeit als IT-Fachkraft nach Canada kommen und ich durch work & holiday.

Wenn wir es geschafft haben dort Fuß zu fassen, haben wir einen Traum, den wir umsetzen wollen. Mein Lebensgefährte kommt aus dem IT-Sektor und hat vor einigen Jahren seine Leidenschaft für den 3D-Druck und dessen Materialien entdeckt. Er hat auf der 3D Hubs Internetseite einen Druckshop eröffnet, bei dem man Designs auf Bestellung drucken lassen konnte. Ich bin eher die Kreative. Fotografieren, basteln, zeichnen und auch das Gestalten von 3D Objekten gehört zu den Dingen für die ich brenne. Wir würden dort gerne ein Maker Café aufmachen. Zu diesem Ort sollen Kunden und Interessierte kommen, um dort ihre eigenen Dinge gestalten, herstellen oder personalisieren können. Dabei unterstützen wir sie gerne. Die Leute sollen stolz sagen können: „Das hab´ ich gemacht!“
Schulungen möchten wir, wenn möglich, auch anbieten.
In unserem nutzbaren Inventar sollen sich natürlich Rechner-Arbeitsplätze, verschiede 3D-Drucker von Plastik über Resin bis hin zu Metall befinden. Und auch eine CNC-Fräse und Lasercutter dürfen nicht fehlen. Auch das finishen und bearbeiten der Materialien soll möglich sein. Der Ort soll zum Wohlfühlen einladen. Daher möchten wir auch an die Bewirtung mit Kaffee oder kleine Gebäckstücken denken. Leute sollen dort Spaß haben, Dinge schaffen können und Neues lernen. Es wäre unser Traum Wissen weiter zu geben und Leute etwas glücklicher zu machen.