Du wirst im Leben das bekommen, wonach du den Mut hast zu fragen. Dieser Satz ist für mich in der letzten Zeit besonders wahr geworden.

Als 31-jährige Studienabbrecherin habe ich in diesem Jahr eine zweijährige Ausbildung als Office-Managerin bei Eprofessional, einer Hamburger Online-Marketing Agentur begonnen. Ich habe dort ein Team gefunden, das an mich glaubt. Vor allem aber habe ich den Glauben an mich selbst wieder gefunden. Während meines Studiums der Amerikanischen Geschichte plagten mich viele Selbstzweifel. Ist dies wirklich der richtige Weg? Persönliche Rückschläge warfen mich im Studium immer wieder zurück. Zum Schluss bestand ich meine Abschlussarbeit nicht. Das wissenschaftliche Schreiben lag mir nicht. An meinem Studienort wurde ich nie wirklich heimisch. Ich sehnte mich nach mehr kreativem Freiraum und zurück zu meiner Familie. Trotz großer Bedenken, der Gefahr eines Reputationsverlustes und der Vorstellung, vor dem Nichts zu stehen, fiel ich die Entscheidung, mich neu zu orientieren.

 

Träumen ist auch immer eine Form von Planen

Schon während des Studiums war es immer mein Traum, für die Axel Springer SE, einem deutschen Vorreiter im Thema Digitalisierung, zu arbeiten. Der Gründer Axel Springer begeistert mich schon lange. Hätte der damalig aus Altona stammende Wahlberliner im 21. Jahrhundert gegründet, würde man seine Pläne wohl als Start-Up-Vorhaben bezeichnen.
Nun bin ich in einem seiner großartigen Tochterunternehmen angekommen, dort wo ich immer hin wollte. Wen interessiert da noch der Studienabbruch?

 

Typisch #AgencyLife eben

Neue Arbeit wurde für mich nicht nur sprichwörtlich durch den neuen Job Realität. Mit dem Beginn meiner Ausbildung begann ich auch damit, mich intensiv mit dem Thema „New Work“ zu beschäftigen. Als Office Managerin trägt man einen großen Teil dazu bei, dass das Team sich wohl fühlt. Die wöchentliche Obstlieferung oder der Tischkicker reichen aber in 2018 nicht mehr aus, um MitarbeiterInnen im Kampf um die besten Talente nachhaltig zu binden.
Gerade in der Agenturbranche ist die Fluktuation der MitarbeiterInnen sehr hoch.
Das gute Gefühl stellt sich dann ein, wenn nicht nur Benefits im Unternehmen geboten werden, sondern auch eine wertschätzende Kultur und ein glückliches und produktives Arbeitsumfeld geschaffen wird. 2019 möchte ich deswegen den nächsten Schritt gehen und mich als FeelGood-Managerin ausbilden lassen.

 

Wer sich wohlfühlt, ist gesünder

Gerade für die Millenials und die darauf folgende Generation Z ist es unabdingbar geworden, dass sich Arbeit nicht länger nur noch finanziell lohnt. Sie darf auch Begeisterung auslösen. Aber auch, dass wir als Gesellschaft immer älter werden, stellt uns im Arbeitsleben vor neue Herausforderungen. Arbeit wird in Zeiten, in der alle von Digitalisierung und Industrie 4.0 sprechen, von vielen Menschen neu gedacht. Viele etablierte Unternehmen verlassen erprobte Denkmuster und haben die Notwendigkeit einer Neuausrichtung verstanden. Der Mehrwert des FeelGood-Managements in der neuen Arbeitswelt begründet sich darin, dass Wohlbefinden und eine positive Arbeitsatmosphäre immer entscheidender für nachhaltiges Wachstum und unternehmerischen Erfolg werden. Engagierte MitarbeiterInnen, eine verbesserte Kundenbindung und konfliktfreiere Kommunikation rechnen sich. Zufriedene MitarbeiterInnen sind seltener krank, kreativer, schaffen echte Innovationen und bleiben dem Unternehmen treu.
Schaut man sich den Gallup Engagement Index von 2016 an, eine seit 2001 jährliche Umfrage zum Grad der inneren Verbundenheit der Angestellten zu ihren Arbeitgebern, so stellt man fest, dass 70 Prozent der Beschäftigten emotional gering gebunden sind und lediglich Dienst nach Vorschrift machen. Diese innerliche Kündigung kostet die deutsche Volkswirtschaft bis zu 105 Milliarden Euro jährlich.

 

#MeinWeg zum Chief Happiness Officer

Wer einmal ein wirkliches Tief erlebt hat, weiß, es braucht viel Kraft, sich wieder aufzuraffen.
Mit Dingen wie Achtsamkeit, also vielen Ommmms, lustigen Verbiegungen durch Yoga und Meditieren oder Gesprächen mit Familie und Freunden kommt man da vielleicht schon ganz gut weiter. Doch vor allem der Glaube an mich selbst und daran, dass der Weg immer – nicht nur irgendwie, sondern (selbst-)bestimmt – weiter geht, hat mich wieder aufleben lassen.
Ich weiß, dass ich für mich in meiner Zukunft auf meine Work-Life-Balance achten möchte. Aber das reicht mir nicht aus. Ich möchte gute Dinge weitergeben. Als FeelGood-Managerin in meinem Unternehmen möchte ich kreative Gestalterin für eine angenehme Firmenkultur, Schnittstelle zwischen Führungskräften und MitarbeiterInnen sein, Mitarbeiterumfragen starten, Probleme analysieren und verstehen, was unterschiedliche Teams wirklich brauchen, um „happy“ zu sein.

Die neue Arbeitswelt braucht mutige und selbstbewusste Vorbilder, die auch mal ungewöhnliche Wege gehen (gegangen sind). Dieser Wettbewerb bedeutet für mich nicht nur finanzielle Absicherung meines Traumes, sondern auch, mit dem Thema Wohlfühlmanagement mehr Öffentlichkeit und Beachtung zu finden. Glücklich sein, bedeutet eingefahrene Situationen loszulassen. Ob Studienabbruch oder nicht, jeder Weg ist einzigartig und Aufgeben ist keine Option.

 

 

Diese Geschichte wurde von Henrike Wachsmann eingereicht.