Ricarda Wullenkords Sohn ist mit nicht einmal 6 Monaten an den Folgen eines Hirntumors gestorben. Nach Mikas Tod hat Ricarda angefangen, seine Geschichte in einem Blog niederzuschreiben. Irgendwann, als sie wieder genug Kraft hatte, kam ihr der Gedanke, anderen Familien mit schwer kranken und sterbenden Kindern zu helfen – mit SchMIKAling, einem Verein in Mikas Namen.

Das eingereichte Projekt

Mika war mein Sohn – unser Sohn. War, weil er eines der schlimmsten Schicksale erlebt hat, die man sich für so ein kleines Kind vorstellen kann. Als er vier Monate alt war fing er eines Tages wie aus dem Nichts an zu erbrechen und schnell war klar: Das ist keine Magen-Darm Grippe. Das ist etwas anderes. Etwas Schlimmeres. Im Krankenhaus bekamen wir dann nach einigen Tagen die niederschmetternde Diagnose Krebs. Unser kleiner Mann litt unter einem extrem seltenen und hoch aggressiven Hirntumor, der fast nur Kinder und Babys befällt: Einem atypischen teratoiden Rhabdoidtumor, kurz AT/RT. Mika hat gekämpft wie ein Löwe, unfassbar tapfer, und hat bis zum Ende sein Lächeln nicht verloren. Am 13.08.2015 ist er mit nicht einmal 6 Monaten in meinen Armen gestorben, weil der Tumor seinen Hirnstamm zerstört hat. Das letzte, was er bewusst getan hat, war mir ein Lächeln zu schenken.

Nachdem er gegangen ist waren wir am Boden. Untröstlich und verzweifelt. Aber sein Lächeln hat uns eine ganz wichtige Botschaft mitgegeben: Das Leben ist schön! Und wir haben nicht aufgegeben. Für ihn weitergemacht. Wir haben uns vorgenommen, ihm ein Denkmal zu setzen und dafür zu sorgen, dass er nicht vergessen wird. Mit der Unterstützung von unserer Familie, unseren Freunden und einer unfassbaren Menge herzensguter Menschen aus den sozialen Netzwerken sind wir wieder auf die Füße gekommen. Sie haben uns materiell und mit offenen Ohren und starken Armen unterstützt.

Zuerst habe ich angefangen, Mikas Geschichte in einem Blog niederzuschreiben. Den findet ihr hier: https://schmetterlingmika.wordpress.com/. Eigentlich nur für mich, um zu verarbeiten. Aber mehr und mehr Menschen haben von meinem Blog erfahren und mich ermutigt, mir den Rücken gestärkt und mich auf meinem Weg begleitet. Irgendwann, als wir wieder genug Kraft hatten, kam der Gedanke: Das, was für uns getan wurde, das müssen wir weitergeben. Es gibt so viele Eltern und Familien mit schwer kranken und sterbenden Kindern, und nicht alle haben die Unterstützung, die wir hatten. Die Unterstützung, die man in so einem Fall so dringend braucht, einfach um einen solchen Schlag zu überleben. Man schafft so etwas nicht allein. Und deshalb haben wir uns entschieden, solchen Familien zu helfen – mit SchMIKAling, einem Verein in Mikas Namen. Ich habe den Blog dann auszugsweise als Buch herausgebracht, um über den Erlös Geld für den Verein zu sammeln, und wir haben von vielen lieben Menschen Geld bekommen, um es weiterzugeben. Und irgendwann war es so weit, dass wir den ersten Familien helfen konnten.

Und deshalb sitze ich jetzt hier und schreibe diesen Text. Sollte ich das große Glück haben zu gewinnen, dann würde ich das Preisgeld einsetzen, um SchMIKAling weiter voran zu bringen und dadurch mehr Familien helfen zu können, die sich mit den Schattenseiten des Lebens auseinandersetzen müssen. Denn wenn das Schicksal so schwer wiegt, dass man allein nicht mehr gehen kann, dann braucht man starke Schultern die einen stützen, bis man wieder aus eigener Kraft steht.

 

 

Diese Geschichte wurde von Ricarda Wullenkord eingereicht.